IG Spur 1 Module Rhein-Neckar,

Mannheim (IGMA)

Andreas` Gartenbahn

Öfters wurde ich gefragt, wie es denn mit Märklinfahrzeugen auf LGB Weichen klappt. Nun, das geht eigentlich recht gut. Zwar „fallen“ die Räder ein wenig ins Herzstück, aber es gibt keine Entgleisungen, auch wenn man mal etwas schneller fährt. Positiv wirkt sich natürlich auch aus, dass nur die Weichen mit dem grossen Radius (117 cm) verwendet wurden.

1968 schenkte mir Herr Sommerfeldt sen. einen Pantographen aus der Nullserie für die erste LGB E-Lok. Was machen? Ich baute ein Modell der Mannheimer Straßenbahn im Maßstab 1:22,5 drunter. Der Einstieg in die grossen Spurweiten war vollzogen; andere Strab- und LGB Fahrzeuge folgten. 1978 begannen Michael Staiger und ich mit dem Bau einer Livesteam Lok in 1:22,5. Meine funkferngesteuerte Mallet der Albtalbahn (Karlsruhe) zieht noch heute schnaufend ihre Runden. 1982 wurde die Gartenbahn in einem kleinen Reihenhausgarten in Mannheim aufgebaut. Wegen der doch recht eingeschränkten Vorbildauswahl bei LGB wurden diese Fahrzeuge – mit Ausnahme der RhB Modelle – verkauft und Spur 1 entwickelte sich zum neuen Schwerpunkt. Danach dann auch „indoor“, denn Ende 1995 entstand unsere Modulgruppe.

 

Fakten zur Gartenbahn

  • LGB Weichen und Kurven mit min. Radius von 117cm
  • Alte LGB Weichenantriebe mit Doppelspulen
  • Zum Teil Flexgleise von Thiel
  • Max. 3% Steigung
  • Alle Gleisstöße mit Schienenlaschen verschraubt
  • Den Gleisunterbau betoniert, Schwellen mit Dübeln verschraubt
  • Etwa 40 Meter Gleis und 20 Weichen
  • Von Anfang an Digitalbetrieb, zuerst Salota, dann seit 1988 Zimo (alt)
  • Die Trafos sind fest im Haus installiert, die Fahr- und Stellpulte können auf der Terrasse oder im Garten eingesteckt werden
  • Zwei Kehrschleifen und das Gleisdreieck werden über selbst gebaute Kontaktschienen und vergossenen Kammrelais gesteuert
  • Durchbruch in den Keller, dort hängen unter der Decke die Abstellgleise
  • Vereinfachter Automatikbetrieb mit einem uraltem DOS PC und Basicprogrammen

Bei dieser Gelegenheit dann noch ein paar Infos und Fotos zur Gartenbahn.

 

Erfahrungen

Die Anlage ist jetzt seit 1982 betriebsfähig und befindet sich seit 1984 in dieser. Ausdehnung. Sehr gut bewährt haben sich die verschraubten Schienenlaschen sowie die alten LGB Weichenantriebe, mit denen sich die Weichen noch aufschneiden lassen. Die Antriebe müssen etwa alle 3 Jahre mal geöffnet und gereinigt werden. Manchmal ist der Federstahldraht auch durchgerostet, aber bei LGB gab`s immer noch Ersatz.

Lästig ist die schnelle Oxidation der Messing Schienenprofile, weil nach (längeren) Betriebspausen endlos geschruppt werden muss. Ist das bei Niroprofilen wirklich besser?

Gewisse Probleme gab es mit den LGB Weichen, weil die punktgeschweissten Kontaktbrücken im Laufe der Zeit alle abgefallen sind. Auch die Weichenzungen mussten mit Litze direkt angeschlossen werden. Die Thiel Schwellen (Jahrgang 1980) werden im Lauf der Zeit etwas spröde, während das LGB Material wesentlich robuster ist.

Zum Verdrahten der Weichen habe ich leider - in grossen Mengen vorhandenes – flexibles Netzkabel 3x0,75 genommen. Wenn diese Litze z.B. an Lötstellen in Verteilerdosen verrottet, kann man es kaum mehr sanieren, da alle Adern einzeln oxidiert sind. Fazit: nur noch massive Kupferleitung kommt zum Einsatz.

Versuchsweise wurde vor einigen Jahren eine Stelle mal mit Split aus dem Baumarkt und wasserfestem Ponal eingeschottert; bis jetzt hat es gut gehalten.

 04.2004.ab