IG Spur 1 Module

Rhein-Neckar

Das Erscheinen der Funk-Daisy von Uhlenbrock (Sommer 2014) war Anlass, sich nochmal kurz mit den Stärken, Besonderheiten aber auch "Schwächen" des Loconet zu befassen. Insofern also nachfolgende Details als Kurz-Doku.

Das 6-polige RJ 12  Kabelsystem zeichnet sich durch Preiswürdigkeit, leichte Handhabung bei der Konfektionierung und gute Qualität aus. Im Elektronikhandel bekommt man z.B. die Stecker schon ab 4 Cent; 100 Meter Kabel kosten 10 Euro.
Ohne Werbung machen zu wollen, hier ein Warenkorb als übersichtliches Beispiel, was man so braucht ...

Als "Schwäche" der LocoNet Kabel wird oft die besondere "Störrigkeit" empfunden. Das merkt man auch beim Verlöten einzelner Adern. Diese neigen an der Lötstelle am Ende der Ummantelung sehr leicht zum Brechen. Die Kabelenden also mechanisch gegen freies Bewegen sichern.

Interessant: eigentlich braucht das LocoNet für den bidrektionalen Datenverkehr nur 2 Adern; nimmt man noch die Spannungsversorgung für die Peripherie dazu, dann sind es 3 Adern und das Loconet ist komplett.
Da RJ 12 aber 6 Adern hat, wurde eben alles doppelt belegt und dabei auch gleich Verdrehungs-sicher angeordnet.
Aber nur fast :-)))
denn genau genommen, ist die Spannungsversorgung auf die beiden äusseren Adern 1 und 6 gesplittet und bildet gleichzeitig das sog. "Railsync", mit dem die Booster das Gleissignal bekommen.
Die Pinbelegung:
1 = Railsync + (auch als Versorgungsspannung für Handregler und die restl. Peripherie)
2 = GND (Masse)
3 = Daten
4 = Daten
5 = GND (Masse)
6 = Railsync - (und Versorgungsspannung ...)



Deshalb auch die unterschiedlichen Buchsen an der Intellibox:
"B" = Booster = auf 1 und 6 liegt das Boostersignal
"T" = Throttle = Fahrpult = 1 und 6 sind verbunden und führen ca. 12 V (+)
Besonderheit: Fahrpulte usw. können aber auch "B" angeschlossen werden und beziehen über Gleichrichter aus "Railsync" ebenfalls Gleichspannung zur Versorgung.

LocoNet Wiring Standards


Das LocoNet (kurz LN) muss sternförmig verlegt werden (keine Ringleitungen !) und kann Längen von 100 Meter und mehr verkraften. Was die Datenübertragung an geht, ist es auch bei Modultreffen noch nicht an Grenzen gestoßen, was die Anzahl von Endgeräten wie Funkies usw. angeht. Grenzen gibt es allerdings, was die Stromaufnahme der Endgeräte angeht. Und die können sehr schnell erreicht werden!
Deshalb bietet Uhlenbrock auch eine separate Stromeinspeisung (Nr. 63100) an.
Bei Uhlenbrock gibt es auch sehr gute Infos zum LocoNet, insbesondere die Auflistung des Stromverbrauchs der Endgeräte ist wichtig und wieviel die Intellibox überhaupt liefern kann.

 

Man kann sich eine solche Stromeinspeisung auch "low cost" selber bauen. Man muss nur die Adern 1 und 6 auftrennen und dort mit einem Netzteil 12 V DC einspeisen (+ an 1 und 6, - an 2 und 5)

LN Pins und Spannungen

Das ganze Dokument als pdf

Und so sieht eine unserer Lösungen aus

rj12 board holz

Hier wurde gleich noch ein Verteiler mit drangehängt, weil wir nämlich auch alle unsere Lichtsignale über das LocoNet leuchten lassen und dazu einiges an Saft brauchen

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"Gedrehte" und "ungedrehte" Kabel
Zu Beginn der Produktion von Uhlenbrock gab es noch keine eigenen LocoNet-Booster, weshalb man zunächst noch gedrehte Kabel (rechts im Bild) produzierte. Hier wurden die Adern 1 - 6 verdreht auf 6 - 1 am anderen Stecker gelegt. Bei 2/5 und 3/4 spielt das keine Rolle, da ja symmetrisch, aber 1 und 6 liefern dann ein falsch gedrehtes Schienensignal und Kurzschlüsse an Trennstellen.
Zwischenzeitlich sollte man nur noch ungedrehte Kabel verwenden, wie sie links abgebildet sind.

LN Kabel

Selbst konfektionierte Kabel sollte man auf jeden Fall anschließend durchmessen. Wenn man viele Kabel hat, lohnt sich ein kleines Testbord

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Funk - Daisy

Bei der neu gelieferten Funk-Daisy ist das Laden der Akkus unglücklich gelöst. Nutzt man den Handregler kabelgebunden, lädt er gleichzeitig die Akkus, belastet aber das LN mit bis zu 400 mA. Das mag mit einer Daisy vielleicht noch klappen, aber bereits bei der Zweiten ist Schluss (sofern man keine der o.e. Zusatzeinspeisungen hat).
Dem Set liegt noch ein kleiner Ladeadapter bei, den man mit einem zusätzlich anzuschaffenden Netzteil einsetzen kann. Nachteil dann aber: während der Ladezeit kann der Handregler nicht benutzt werden, da keine Verbindung zum LN besteht. Also bleibt nur übrig, zusätzliche Stromeinspeisungen für das LN zu schaffen und hinten dran soviele LN Buchsen zu hängen, wie das Netzteil strommäßig versorgen kann.

Der Funkmaster hat ab Werk eine Anschlussmöglichkeit für ein Netzteil, um das LN versorgungsmäßig zu entlasten. Da hierfür nun schon ein Netzteil vorgesehen ist, wurden gleich noch zwei LN-Buchsen angeflanscht, an denen nun mit zwei Funk-Daisy gleichzeitig geladen und gesteuert werden. Der Funkmaster muss bei aktivem Netzteil dann aber ohne die Adern 1 und 6 an das LN angeschlossen werden! Das geschieht am besten mit einem eigenen LN Kabel. Nach dem Abisolieren für die Steckermontage einfach die beiden äusseren Adern abschneiden

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Damit man beim aufgepressten Stecker die "Sonderlösung" noch eindeutig erkennt, erfolgt eine farbliche Markierung.

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Für die beiden LN Buchsen ist bequem Platz

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Die Pins 1 und 6 (+) sowie 2 und 5 (GND, -) werden an den dicken Elko gelötet; Pin 3 und 4 (Daten) gehen an den abgebildeten 0 Ohm Widerstand ("zero" beschriftet)

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Eine weitere Möglichkeit, um bei Betrieb gleichzeitig "netzschonend" zu laden, besteht darin, den Ladeadapter gem. Foto mit LN Kabel + Stecker zu versehen und so an`s LN anzuschliessen. Ader 1 und 6 werden gekappt und nicht angelötet.

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Im Endeffekt wurde dann aus dem Daisy-Adapter nichts anderes wie eine "ganz normale" zusätzliche LN-Stromversorgung. Das dürfte generell die einfachste Lösung des "Daisy-Ladeproblems" sein. Im Bild unten ist der besseren Übersicht wegen nur noch nicht das Netzteil an den beiden Schraubklemmen angeschlossen. Im übernächsten Bild ist dann das Kabel zum Netzteil endgültig angeschlossen.

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Es wird dann wohl darauf hinaus laufen, dass man sich für jede Funk-Daisy gleich auch irgendwo ein Steckernetzteil einplant.



Ideal ist natürlich, sich für den Handregler gleich eine Art Akkufach-Deckel zu schaffen, der einen Wechsel der Akkus im laufenden Betrieb erlaubt. Eine Lösung wurde schon mal umgesetzt und befindet sich derzeit gerade in der Erprobung. Nun kann man auch Akkus mit größerer Kapazität nehmen und erzielt damit auch von dieser Seite her längere Laufzeiten.

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Bei dieser Lösung ist dann aber schon ein etwas größerer Eingriff in das Gerät notwendig:
zumindest muss die Oberschale im unteren Teil (49,5 mm ab UK) getrennt und für die Platinenabstützungen in die Unterschale 4 kleine Schräubchen gesetzt werden.

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An den beiden Markierungen wurden die Schräubchen von innen eingesetzt, um das Ende der Sendeplatine wieder sicher zu besfestigen



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Oben im Bild die Laserteile für die Batteriehalterung und die zusätzliche Abstützung der Hauptplatine. Alle Laserteile werden mit Sekundenkleber auf den Platinen bzw. der Oberschale befestigt. Die Kontaktbleche der Originalakkus kann man recht einfach ohne Beschädigungen am Akku "abknibbeln", so dass man diese Blechstreifen dann wieder als Federzungen in die alten Haltepfosten einstecken und festlöten kann.




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Der beim Umbau entstehende Schlitz für den Akkufachdeckel fällt kaum auf.

 

Wichtig
In der Praxis wahrscheinlich garnicht relevant, da man ja bei dieser Lösung ganz ohne LocoNet Kabel arbeiten will, aber dennoch bitte beachten:
Wenn man über LN Kabel die Daisy lädt, darf man während dieser Zeit nicht den Deckel öffnen und die Akkus entnehmen. Die Ladeschaltung in der Daisy ist so konzipiert (Konstantstrom), dass bei entnommenen Akkus die Ladespannung (das ist gleichzeitig die Versorgungsspannung der restlichen Elektronik) ansteigen und kritische Werte annehmen kann.
Wer ganz sicher gehen will, kann die LN Buchse der Daisy auch mit einem Blindstecker sichern.

Auch noch wichtig:
Reserveakkus von höchst möglicher Kapazität besorgen, denn die Laufzeiten sind mit diesen Micro AAA Typen generell doch äusserst bescheiden.

 

Hinweis:
beim Ausschalten über die Tastatur verbleibt das Handteil in einer Art Standby, denn das Wiedereinschalten geschieht ja über Tastendruck. Nachdem wir festgestellt haben, dass auch frisch geladene Regler nach recht kurzen Pausenzeiten schon wieder entladen waren, entnehmen wir zum Feierabend meist einen Akku. Dabei hat sich das Entladeverhalten deutlich verbessert.

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Der Blindstecker. Ein Kabelrest erleichtert das Herausziehen.

 



Auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass wir alle Berichte mit größter Sorgfalt erstellen, allen eingehenden Hinweisen nachgehen, aber dennoch keinerlei Haftung übernehmen können. Weiterhin ist zu beachten - auch wenn Uhlenbrock schon seit jeher immer sehr kulant ist - dass sich bei massiven Eingriffen ggfs. Garantieprobleme ergeben können.


Halterung für die Daisy
Insbesondere, wenn man auf das kabelgebundene Laden nicht verzichten möchte, ist eine Wandhalterung recht praktisch. Wenn das Kabel gerade nicht benötigt wird, kann man es seitlich einhängen und "nicht-störend" baumeln lassen.
Bei Uhlenbruck ist übrigens eine ähnliche Halterung gerade in Vorbereitung.


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Nachtrag
In der Praxis haben sich bei der Funk-Daisy die kleinen Akkus vom Typ Micro (AAA) mit ihren nur ca. 800 mAh doch nicht recht bewähren können. Für die Mignon Akkus (AA) mit mittlerweile bis zu 3.000 mAh wurde eine Fassung huckepack aussen aufgesetzt

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Die internen Akkus wurden entnommen, damit beim externen Akkutausch kein schlagartiger Ladungsaustausch stattfinden kann, der per Saldo auch auf die Lebensdauer gehen würde. Weiterhin wurde ein "Entkuppel-Licht" angebracht, welches über den abgebildeten Taster geschaltet werden kann.

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Es wurden bewusst gelbliche LED verwendet, da diese mit den 2,4 Volt der Akkus beste Leuchtkraft bieten. Für weisse LED wäre wegen höherer Spannung ein DC-Wandler notwendig gewesen; der Zusatzaufwand erschien uns aber zu hoch. Die beiden LED zeigen im Bild einen unregelmäßigen Lichtkegel, weil der Strahl in diesem Fall nicht rechtwinklig auftrifft. Zwischen den Wagen ist der Strahl aber gebündelt und somit eine praktische Hilfe.


Und Thomas aus M. hatte die Idee, die Kapazität durch Parallelschaltung eines weiteren Akku-Paares zu erhöhen:
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Achtung: vermutlich wurden oben aber die Kabel an den falschen Punkten angelötet. Darauf hat uns Christian aufmerksam gemacht, dessen Bild wir unten anfügen
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Aber alles halb so schlimm: einfach vorher messen, an welchen Punkten die Spannung anliegt!
Wichtig ist noch, dass alle 4 Akkus vom gleichen Typ und am besten auch noch aus der gleichen Charge sind. Hier wurden 1.000 mAh Typen von Panasonic genommen, so dass sich die Kapazität von ursprünglich 800 mAh um beachtliche 150 % auf jetzt 2.000 erhöht hat.


Nachtrag 05/2016

Funky (Manhart)     Encodertausch ("Nullstellungs-Problem")

Die Funkies sind in die Jahre gekommen und insbesondere die Encoder (Drehregler) unterliegen wegen der hohen mechanischen Belastung durch den dünnen Drehknopf und die an sich praktische Einhandbedienung einem sehr hohen Verschleiß.

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Im geöffneten Encoder von Manhart erkennt man die Ablagerungen vom Materialabrieb, die Ursache für Fehlfunktionen sind


Man kann zwar beim Hersteller einen Austausch vornehmen lassen, was aber mit erheblichen Kosten (Schweiz !) und leider auch häufigen Fehlfunktionen danach noch verbunden war. Offensichtlich gibt es bei den Encodern unterschiedliche Qualitäten und Eigenschaften (Prellverhalten usw.), denn nunmehr werden oft Fahrstufen übersprungen, oder, was noch viel schlimmer ist, nach der Regelung auf FSt 0, stellt sich danach wieder von alleine eine Fst ein und die Lok fährt wieder los, bzw. hält garnicht erst an, je nachdem, wie schnell man runtergeregelt hat.
Leider ein ganz erhebliches Sicherheitsrisiko.

Dem könnte der Hersteller sicher mit einem neuen Release begegnen, worin man die Abtastrate variabel gestaltet oder eine (ebenfalls variable) Auswertpause von ca. 2 Sekunden nach Erreichen der FSt 0 einfügt. Leider bekamen wir auf zwei Mails bisher keine Antwort, weshalb wir nun folgende Lösung wählten, um die Encoder - nicht nur zu Testzwecken - ganz einfach und schnell tauschen zu können: Einbau einer Steckfassung.

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Wegen der 7 Lötpunkte lässt sich der alte Encoder nicht vernünftig auslöten. Am besten geht es per "Zerstörung", in dem man alle Pins gehäusenah abtrennt und anschließend einzeln auslöten kann. Alle Lötaugen mit der Pumpe lotfrei machen. In die 5 Kontakte nun Buchsenleisten mit möglichst geringer Bauhöhe (hier 4 mm) einlöten. Gut geeignet: IC Stecksockel, spottbillig und einfach abzulängen. Der Gehäusebügel wird nicht mehr auf der Platine verlötet, sondern auf von unten verschraubten M2 Ms-Buchsen (Rohmaße D 3,6 und L ca. 3,8, danach etwas schräg feilen). Zum Einstecken des Encoders die Gehäuselaschen etwas kürzen, nach aussen abwinkeln und so mit den Ms-Buchsen verlöten, dass die Schraube nicht mit "erwischt" wird.

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Zum künftigen Encodertausch nun nur noch die beiden Senkkopfschrauben lösen und den Encoder abziehen. Dann können auch die Ms-Buchsen einzeln abgelötet werden, um sie für den nächsten Encoder zu verwenden.

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Da der Encoder wegen der Steckfassung etwas höher liegt, benötigt der Deckel eine rechteckige Aussparung

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Diese ist zwar etwas groß geraten, verschwindet hinterher aber unter dem Drehknopf.


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Weil der zuletzt eingesetzte Encoder eh eine andere Achsform hatte, bot sich ein Versuch mit einem etwas größerem Drehknopf (selbst gelasert, D 24,5) an.

Da die Funkies zu Lieferbeginn vor gut 10 Jahren einwandfrei funktionierten, muss dies ja auch heute wieder möglich sein, wenn passende Encoder aufzutreiben sind. Tipps kamen jetzt - wie schon so oft - vom freundlichen Service bei Uhlenbrock. Danke!
Wir werden jetzt also verschiedene Encoder testen (in ebay gibt es derzeit einige interessante Angebote ...)

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Bei den ebay-Sonderposten gibt es meist Probleme. Entweder stimmte die Anzahl der Rastungen nicht, oder die Drehrichtung oder es wurden durchweg zwei Fahrstufen ausgegeben.


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Mit einem Sonderposten wurden wir dann aber fündig und haben auch noch eine kleine Reserve, die als Set mit den Teilen für die Wechselfassung und einem neuen Drehknopf abgegeben werden kann.

11.2014.ab
12.2015
05.2016


intern

LN + HDL I/O
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Viessmann
nur HP 2 (auf 1 und 2)