IG Spur 1 Module Rhein-Neckar,

Mannheim (IGMA)

Ein Mitglied von uns befasste sich schon 1999 mit dem kompletten Selbstbau einer 23 Meter Drehscheibe. Seit 2001 lief sie und mit vereinten Kräften haben wir sie zum Frühjahr 2005 dann auch optisch weitgehend fertig gestellt. Die damit gewonnenen Betriebsmöglichkeiten haben dann – zusammen mit der Ankündigung der Schulz-Drehscheibe – in unserer Gruppe ein wahres Drehscheibenfieber ausgelöst. Es wurden mehrere Sätze bei IBT Schulz bestellt, wobei wir aber auch unsere bei o.e. Bau gewonnenen Erfahrungen mit einfließen lassen wollten. Michael Schulz war so freundlich und hat uns Bühnen ohne Elektronik, Decoder und Verriegelung geliefert; in einem Fall sogar ohne Grube. An letzterem Beispiel wird der Bau einer 23 Meter Drehscheibe in der nachfolgenden Fotoserie gezeigt.

Unten die allererste 23 Meter Drehscheibe, ein kompletter Selbstbau aus den Jahren 1999 bis 2005, die dann aber in der Folge noch weitere Mitglieder von uns auf den Geschmack brachte ... 




Baubeschreibung der neuen Grube und Anpassung der IBT Bühne von Michael Schulz

Der Holzkasten erhielt an einer Seite auch Normkopfstücke, so dass mit dieser Drehscheibe auch schon Teilnahmen an Modultreffen erfolgten. Erstmalig in Heilbronn 2005.

Unter den Rand der Aussparung (D = 718 mm) für die Grube im Modulkasten wurden Segmenthölzchen im Winkel von ca. 10° geleimt. Außerdem erhielt der Modulkasten noch die ebenfalls sichtbaren, seitlichen Verstärkungsleisten in gleicher Höhe, auf denen die Bodenplatte der Grube auch noch aufliegt. Die mehrfache Auflage der Bodenplatte verhindert weitgehend einen Verzug der Holzkonstruktion und verleiht dem Modulkasten weitgehende Verwindungssteifigkeit.

 


Die Bodenplatte der Grube mit dem Messing Drehzapfen in der Mitte. Statt Multiplex hätte man hier besser MDF nehmen sollen; das hätte das umständliche Spachteln vor dem Lackieren erspart.

 

 

Die Grube von oben. Die Außenmaß des Modulkastens: 175 x 85 cm

 


Mit einer preiswerten Oberfräse von Aldi & Co und dieser Haltevorrichtung wurde der Grubenrand rund gefräst (D = 720). Problem war nur, einen langen Fingerfräser zu finden, dessen Schaft nicht dicker wie die Schneide war; ausgeholfen hat mir eine Dreherei in der Nachbarschaft.

 

 

 

Um sich das Spachteln des Grubenrandes zu sparen, wurde dieser mit 1mm ABS Platten (Modellbau Fachhandel) beklebt.

 


Die bei Betongruben meist vorhandene Abstufung am Rand wurde mit 4 mm ABS nachgebildet.

 


Beim Gleiskranz wurde ein geringerer Schwellenabstand gewählt (140 Stück insgesamt).

 


Zur Verankerung der Schwellen mit Winkeleisen und Bolzen wurde ein Gussteil erstellt.

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Ebenso für die Verriegelungsplatte, die auf dem Betonring und der ersten Schwelle aufliegt

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Abmessung: 19,5 x 9,8 x 4,2
Der Riegel ist mit 4,0 vorgesehen und sollte nicht zu stark sein (max. 2,0), um ein Klemmen bei Höhentoleranzen zu vermeiden.
Tipp zur Montage: mit (wenig !) 2K Kleber einjustieren und danach mit zwei Schienennägelchen noch endgültig fixieren.
Die auf den nachfolgenden Bildern noch zu sehende Form der Verriegelungsplatte ist seit 2008 leider nicht mehr erhältlich, da die Guss-Form in asiatischen Weiten verschollen gegangen ist. Die anschließend geschaffene Version ist im Korpus etwas robuster und reicht auch noch bis auf die erste Schwelle direkt hinter dem Betonrand.

 


Auf dem Fundament für den Königsstuhl erkennt man die aufgeklebte Leiterplatte für die Schleifringe. Gut zu sehen auch die zusätzlichen Ms Profile: L 4x2 am unteren Abschluss des Hauptträgers, L 5x2 für den Abschluss des Laufsteges, L 2,5x2,5 für den oberen Lauf des Geländers, U 6x2 für die Imitation des Gelenks und zur weiteren Stabilisierung des Steges. Dahinter sieht man noch den aufgelöteten 1mm Leiterplattenstreifen zur besseren Verleimung der Holzbohlen.

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Die Teile für die Verriegelung aus Messing 6-Kantmaterial (SW 5) und 3 mm Rundstahl.

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Die Verriegelung ist nur auf einer Seite funktionsfähig. Das genügt vollkommen. Würde man auf beiden Seiten verriegeln, birgt das die Gefahr des Verklemmens, wenn der Modulkasten sich mal beu einem Neuaufbau etwas verwinden sollte. Auch bei stationären Anlagen arbeitet das Holz ...

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Der Riegel wird von einem Böhler Weichenantrieb bewegt. Da die Stellstange dort gefedert ist, kann der Antrieb bereits betätigt werden, bevor die Bühne die Endstellung erreicht hat. Rückt der Riegel in Gleismitte dann aus, wird der Motorstrom über einen Endschalter unterbrochen.

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Das Innenleben sieht schlimmer aus, wie es ist. Von links nach rechts: Massefeder für den Drehzapfen (gerade noch zu sehen), Stromabnehmer („Picker“) für die Schleifringe, Umpolrelais für den Weichenantrieb, Umpolrelais für das Bühnengleis, Endabschaltung für den Motor, Böhler Weichenantrieb, vorne mittig: der H0 Lok-Decoder.

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Prinzipschaltbild für die Stromversorgung der Bühne und die Polwendung des Bühnengleises mit Hilfe eines geteilten Schleifrings und dem Umpolrelais.

Vom alternativen Einsatz einer Kehrschleifen-Elektronik wird abgeraten. Beim Überfahren der "feindlichen" Schienenstösse muss immer ein ganz kurzzeitiger Kurzschlussstrom zur Auslösung fliessen. Da man aber auf der Drehscheibe immer ganz langsam fahren will und die Vorläufer von Dampfloks wegen fehlender Stromabnahme und geringerem Anpressdruck nur schlecht Kontakt machen, kommt es nicht nur oft zu Fehlschaltungen, sondern auch - insbesondere bei trägen Elektroniken - auf Dauer zu Verzunderungen an Profil und Laufflächen der Räder. Beim mittlerweile oft anzutreffendem "Halbachsen-/Kugellagerthema" fehlt der niederohmige Durchgang zu den benachbarten Radsätzen, weshalb die Kurzschlussumschaltung länger dauert und die Radsätze noch stärker belastet.
Vom Prinzip her leiden die Radsätze beim Verzundern immer etwas stärker, weil das Profilmaterial in der galvanischen Spannungsreihe i.d.R. höher steht.

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Es führt nur ein Halbkreis vom Schleifring Spannung, wodurch die Umschaltung des Relais erreicht wird. Das Relais schaltet so schnell, dass weder beim Sound noch Licht eine Unterbrechung bemerkbar sind.

 

 

Anordnung des L 5x2 Profils und des Leiterplattenstreifens im Bereich der Führerhausplattform.

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Mit einem auf Maß gebrachten Holzklötzchen wurden die Streben der Höhe nach ausgerichtet. Das L 5x2 Profil wurde beim Anlöten mit einem Holzbrett in Lage gehalten.

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Die Plattform für den Hilfsantrieb wurde verkleinert.

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Die Plattformen wurden zum Grubenrand auch mit einem 5x2 Profil abgeschlossen

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Das gleiche aus anderer Sicht.

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Die Bühne vor dem Lackieren und dem Beplanken.

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Fertig lackiert und mit Abdeckung der Verriegelung. Die Verriegelungsplatten auf den Schwellen sind noch nicht montiert.

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Die Seite ohne Verriegelung hat lediglich einen Abdeckkasten erhalten

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Beplankt und das montierte Führerhaus.

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Der rechte Teil des 1,75 x 0,85 großen Drehscheiben-Moduls. Die Ausgestaltung ist noch nicht abgeschlossen, weil die genaue Lage des Lokschuppens noch nicht feststand.

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Gleisanschlüsse und Ausgestaltung der Drehscheibe.

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Gestaltung von Drehscheibenrand und Gelände.

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Das Führerhaus wird noch eine Motorattrappe, einen Ofen sowie Tisch und Stuhl erhalten. Ebenso ist auch noch der Hilfsantrieb und eine Signallaterne geplant.

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Nachfolgend noch Bilder vom weiteren Ausbau des Drehscheibenmoduls. Die Bohlenübergänge wurden gelasert.

 

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Um das Licht der beiden LED etwas zu streuen, wurden kleine Plexi-Kappen gelasert und über den LED aufgeklebt.

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Nachtrag 07/2011
Die Treppenabgänge wurden aus Karton gelasert. Die nachträgliche Montage ist auf das oben erwähnte L-Profil (5x3) des seitlichen Bühnenabschlusses abgestimmt.

 

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Nachtrag 01/2014
Modellbahnkollege Uwe berichtet, dass sich das Gussteil der Verriegelungsplatte auch für die km1 Drehscheibe verwenden lässt. Neben dem üblichen Versäubern von Gussteilen ist keine weitere Nacharbeit notwendig. Auf seiner Homepage beschreibt er den Ein- und Umbau der km1 Drehscheibe ausführlich.


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Nachtrag 04/2015

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Mittlerweile sind noch diese Gleisendschuhe entstanden

 

2005.12.ab