Die BR 23 von Kiss war 2002 das erste bezahlbare, hochwertige Kleinserienmodell

... sie haben auch mit Konstruktionsmängeln zu tun.

Seit ich meine Anlage oft im Automatikbetrieb fahre, hat sich die Anzahl der Stellvorgänge massiv erhöht. Seither sterben die Hübnerantriebe wie Fliegen ....

Der baldige Tod naht

Hier ist er bereits eingetreten

Eigentlich der größte Sündenbock ist diese Stellfeder für die Zugstange, denn ...

... sie besteht aus ca. 0,5 mm (!) starkem Federstahldraht und belastet damit unnötig das Getriebe, weil ja auch die Endpunkte für die Endabschaltung erreicht werden müssen.
Ich habe mir erst mal damit beholfen, an der markierten Stelle eine Abflachung mit der Schleifscheibe auf bis zu 0,40 mm vorzunehmen.


Die kleinen Kunststoffzahnrädchen sind mit solch hohen Kräften total überfordert (ähnlich wie oftmals bei RC Servos mit Kunststoffgetrieben).
Das gilt insbesondere bei schwergängigen Weichen oder bei geringen Stellwegen!

Die Schäden treten an den beiden letzten Zahnrädern auf.

links (letztes Zahnrad): 
20 Zähne 1,35 mm stark, Modul 0,4 
10 Zähne 2,35 mm stark, Modul 0,5
rechts (vorletztes  Zahnrad): 
20 Zähne 1,35 mm stark, Modul 0,4 
10 Zähne 1,35 mm stark, Modul 0,4
Ich versuche mal, ob sich Messingräder besorgen und anpassen lassen.


Das Gehäuse neigt dazu, sich unter dem Druck der Stellstange in der Endabschaltung an der Ecke oben links etwas zu öffnen. Die Befestigungspunkte der beiden Schrauben decken diesen Bereich nicht richtig mit ab. Insbesondere, wenn das Material schon etwas ermüdet ist. Die generelle Antriebsbefestigung an der Weiche alleine über die beiden Clipsnasen der Kunststoffhalterung trägt auf Dauer auch nicht zur Stabilität bei. Wenn von der Einbausituation her möglich, habe ich deshalb eine der Clipsnasen zusätzlich mit einem Schräubchen gesichert, was dann diese Gehäuseecke zusätzlich fixiert.


Der Hübnerantrieb ist an sich für Halbwellenbetrieb mit 16 V AC gedacht. Bei Verwendung von Decodern mit H-Brücke oder Umpolrelais dürfte das in vielen Fällen dann rund 18 bis 20 V DC auf den Antrieb bringen.
Das kann aber diese Schaltung nicht sicher abfangen!
Wegen der besonderen Situation mit 5 Volt Motor und den gegenläufigen Zenerdioden fliessen deutlich mehr wie 100 mA und die Dioden (BAV 99) werden überlastet. Bei defekten Dioden verwende ich deshalb 1 Amperetypen (SMD). Weiterhin dreht der Motor trotz Zenerdioden unnötig hoch und donnert dann mit "Musik" in die Blockierung an der Endabschaltung.
Deshalb schalte ich sicherheitshalber immer in eine der Zuleitungen noch einen Widerstand von etwa 50 bis 100 Ohm (natürlich noch von der Boosterspannung und dem Weichentyp abhängig). Meist probiere ich nach dem Einbau an jeder Weiche noch, welche Vorwiderstände am besten passen.
Für gelenklose Weichenzungen halte ich den Hübnerantrieb nicht geeignet!

Der Märklindecoder hat übrigens aus diesem Grund auch strombegrenzte Ausgänge, die allerdings auch nicht so ganz narrensicher sind.
Man kann deshalb auch nicht zwei Antriebe über einen Märklindecoder parallel versorgen, Link.



Diese Motoren sind meist wegen blockierter Getriebe verstorben.



Zu beachten: am jetzigen Märklinantrieb ist nichts gegenüber damals geändert worden!


Das Zahnrad stammt von GHW, die Ritzel von Aliexpress.
Sobald der nächste Antrieb ausfällt, wird die Drehbank angeworfen.



Bericht wird noch ergänzt.

11.2025.ab
12.2025.ab