Die BR 23 von Kiss war 2002 das erste bezahlbare, hochwertige Kleinserienmodell

Vorwort

Wie immer, an dieser Stelle noch einmal: 
sich mit der Technik, der Konstruktion und der Funktionsfähigkeit von Modellen zu befassen, ist für den Autor ein Schwerpunkt innerhalb des breit gefächerten Modellbahn-Hobbies.
Wenn auch Kritisches genannt wird, geht es mir keinesfalls darum, Freunden solcher Modelle ihre Freude daran zu verleiden, zumal, wenn solche Gesichtspunkte für sie oft auch vollkommen bedeutungslos sind.
Neben der Doku zu persönlichen Zwecken, zeige ich aber auch ganz bewusst auf, was Hersteller (meist) ohne jeden Zusatzaufwand besser machen könnten, wenn man zuvor auf solche Punkte geachtet hätte.
Ausserdem versuche ich - und interessierte Mitleser ebenso - zusammenzutragen, welche Lösungen und Alternativen in vielen Punkten auch noch nachträglich möglich sind.
Und es gibt übrigens keinen Zwang zum Weiterlesen ;-)))

Übersicht
1. Güterzugbegleitwagen Pwgs 44 spur1.at (ex Bremen)
2. ... mal wieder: Kugellager-Stromabnahme-Stress 
3. Gleis-Sauger System "Kalle"
4. E-Lok 111 mit Wunderteilen
5. Güterzugbegleitwagen Pwg 14 (Märklin 58118)
6. BR 80 von MBW
7. Dampfloksound: Beharrungsfahrt ("Segeln") und Fahrdynamik
8. CIWL Pullmann - Märklin Edelweiss ausgeliefert


1. Güterzugbegleitwagen Pwgs 44 spur1.at (ex Bremen)

Im März 2025 erhielt ich dieses sehr schöne Kleinserienmodell des Pwgs 44

Neben dem "klinisch reinen" Neuzustand fallen noch die "unbeherrschbaren" Bremsschläuche auf, welche partout nicht in den Haltewinkeln halten wollen. Sie wurden deshalb in den Haltern festgeklebt.
Ein zwischenzeitlicher Forenhinweis besagt, dass diese Kupplungsköpfe magnetisch kuppelbar sind, was aber mangels passender Fahrzeuge nicht genutzt bzw. getestet werden kann.
Dieses Ganzmetall-Modell  bringt übrigens gut 1,5 kg auf die Waage.


Im Vergleich zu anderen Fahrzeugen ist die Innenbeleuchtung doch recht schwach ausgefallen und lässt sich auch nicht per Programmer steigern. Der Aux (LH) hat bereits 27 und damit den Höchstwert von 2,85 V für die verwendeten Micro LEDs 0603. Warum nur solche Winzlinge ???
Kleinere SMD LED sind übrigens gar nicht erhältlich ...





Zum Vergleich: nach Umbau auf PLCC2 - 3528 LED (ww).
Diese LEDs vertragen sogar das Maximum von 31, sollten aber doch eher etwas in Richtung "funzelig" gedimmt werden; so zumindest mein Geschmack.

Der Wagen lässt sich ganz einfach öffnen (8 Schrauben).

Der Zwischenboden ist nur eingelegt. In der Zwischendecke vom Dach liegen die Kabel für die beiden LED.


Die beiden Deckenlampen sind Ms-Gussteile mit einem eingepressten Plexi-Stift zur Nachbildung der Glühbirnen-Kugel.


Die Zwischendecke (2 Schrauben) lässt sich nur herausnehmen, wenn auf einer Seite zuvor die Innenwand ausgebaut wird (8 Schrauben).
Zum Heraushebeln der Zwischendecke braucht man Geduld, stabile Skalpellklingen, dünne Schraubenzieherklingen und vielleicht noch Zahnstocher !
Der eingeklebte Leiterplattenstreifen trägt die beiden Micro-LED.


Die Micro-LED 0603 (1,6 x 0,8 mm) strahlen in das etwa 4 mm tiefe Ms-Gussteil und müssen dann auch noch die winzige Plexi-Linse durchdringen.


Ich bin mit dem 5-er Bohrer etwa 2,5 mm tief eingetaucht. Das Austrittsloch wurde auf 3 mm aufgebohrt und auf die Plexi-Linse verzichtet.


Die PLCC2 - 3528 LED (ww) wurden mit doppelseitigem Klebeband eingesetzt und mit Isolierband abgedeckt.


Für den Toilettenraum gab es auch noch eine LED, die gleichzeitig als Lötstützpunkt dient. Damit das Licht nach aussen dringen kann, musste die Innenwand passend ausgeschnitten werden.



Aus dem Toilettenfenster dringt jetzt auch etwas Licht.


Warum es zum Toilettenraum ein grosss Sichtfenster gibt, ist unklar. Aber egal, da kommt jetzt auch Licht durch ...


Rote Rangiergriffe und rote Bremshahnhebel sind für die frühe Epoche 3 eher unwahrscheinlich und werden bei der anstehenden Alterung überlackiert.
Der Wagen hat Stromaufnahme über Kugellager. Die Radsätze lassen sich ganz einfach über je 2 - allerdings winzige, verlustanfällige - Schräubchen ausbauen.


De facto hat der Wagen keine Federung, denn die Federn (0,4 x 2,5 x 6,0, oben im Bild) lassen keine Bewegung der Achslagersteine zu.
Bei entsprechender Gleislage kippelt der Wagen.
Die Beleuchtung flackert beim Fahren, solange die Pufferung nicht über F0 aktiv geschaltet wird.
Unten im Bild dann weichere Federn (0,3 x 2,5 x 5,0), wie ich sich auch beim km1 Kühlwagen genommen hatte. Jetzt gibt es kein Kippeln mehr.



Auf der Basisplatine für den esu LoPiFx 5.0 hat man ein enorm dimensioniertes PowerPack untergebracht: insgesamt 1 Farad bei 18,9 Volt.
Ganz erstaunlich, dass man einen so hohen finanziellen Aufwand betreibt, um diese beiden winzigen LEDs zu versorgen !


Denkbar ist aber auch, dass man damit noch andere 3-Volt-Anwendungen mit LED und/oder stromfressende Micro-Birnchen abdecken will. 



Dafür spricht auch, dass auf der Rückseite des PCB das Bauteil U2 nicht bestückt wurde und zwei Ausgänge nicht belegt sind.
Erstmalig ist mir auch begegnet, dass man über Funktionstaste (F0/AUX 6) die Pufferung schalten kann/muss.
Dieses geschieht über das auf der Oberseite platzierte Relais, um nicht mit der aktiven Pufferung den esu-Programmer zu stören.



Da ich kein Freund von Kugellager-Stromabnahme bin und ausserdem die kleinen Anschlussfahnen für die Kugellager sehr locker sitzen bzw. einmal sogar rausgerutscht waren, habe ich auf Ms-Gleitlager-Buchsen umgerüstet und die Kabel angelötet.


Da es nicht in die Bedienkonzepte passte, dass die Pufferung jedes Mal manuell (über F0) zugeschaltet werden musste, habe ich umgerüstet:
Elko 4.700 uF, stepdown Regler und ein mXion 100 901 Decoder.
Übrigens "lowcost":
Materialwert Stand 03/2025 ca. 15,50 €
(intern: 5V-Band, keine Dimmung, 3,5V, 1k an stepdown)

Abschliessend wurde der Wagen mit der airbrush gealtert und dann noch diese bewegten Bilder (2:17) mit dem Handy festgehalten.

Bei Fragen gerne: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.



 
2. ... mal wieder: "Kugellager-Stromabnahme-Stress"

Überfährt ein Fahrzeug - egal ob Lok oder Wagen mit Beleuchtung - eine Trennstelle, dann überbrücken die Räder zusammen mit der fahrzeuginternen Verdrahtung diese Trennstelle. In der Regel ist das unkritisch, wenn es sich um den selben Booster oder um einen Booster mit i.W. gleicher Spannung handelt. Die einzelnen Radstromkontakte werden dann weiterhin nur mit den "normalen" Strömen aus dem regulären Fahrbetrieb im restlichen Gleisbereich belastet. Anders verhält es sich bei "feindlichen" Trennstellen, wenn also im einzufahrenden Bereich ein Kurzschluss herrscht oder gar der Booster falsch gepolt ist. Häufig tritt dies bei falsch gestellten Weichen mit polarisiertem Herzstück auf.

In diesem Fall fliesst ein ganz ernormer Kurzschlussstrom über die Radstromkontakte und die interne Verdrahtung. Ist der Booster mit einer sicheren Kurzschlussabschaltung versehen, ist das dann aber unkritisch. Der hohe Strom fliesst nur einige Millisekunden und es kommt zu keiner Erwärmung oder Schädigung. Kritisch kann es jedoch bei Kugellager-Stromabnahme werden, weil dort kein niederohmiger Übergang von Radsatz -> Kugllager -> Verdrahtung herrscht. Durch den hohen Übergangswiderstand wird der Kurzschlussstrom herabgesetzt und der Booster schaltet nicht ab!


Wird so etwas nicht sofort bemerkt, kann eine langanhaltende Erwärmung sehr schnell zu einem Ausglühen der Drähte im Fahrzeug führen. Die Radsätze und Kugellager nehmen meistens keinen sichtbaren Schaden, weil dort wegen der höheren Massen die Wärme recht gut abgeleitet wird.


Hier ein Schaden an einer km1 Tssd.


Das Kabel zum vorderen Drehgestell hat es auch total "zerfranselt".

Es gibt immer wieder Rufe nach größeren Kabelquerschnitten in den Fahrzeugen. Das ist zunächst mal wegen der notwendigen Flexibilität und aus Platzgründen garnicht möglich, sowie auch nicht notwendig, weil sich die Ströme (ziemlich) gleichmäßig auf alle Radsätze verteilen. Wichtig sind nur Schleifkontakte ("Picker"), damit dort ein niederohmiger Durchgang herrscht und der notwendig hohe Kurzschluss-Abschaltstrom für die Booster schnell und sicher fließt.


Naja, vielleicht sollte mal die Konstruktionsabteilung endlich den Hammer beiseite legen ... ;-)


3. Der Gleis-Sauger System "Kalle"

Die Firma Lux kündigt seit gefühlt "hundert" Jahren für die Spur 1 einen Gleissauger an ...
Auf Treffen und in Foren waren deshalb immer wieder Selbstbauten zu finden, von denen mich die Konstruktion von Kollege Kalle vollauf überzeugte:
- Basis Märklin Einfachgüterwagen-Fahrgestell
- zwei besonders kräftige, hintereinander angeordnete Lüfterventilatoren à 10 Watt !!! (aus dem Profi-IT-Bereich)
- HT-Rohr 90°- Winkel
- kompakter Aufbau in 3D-Druck
- Einhaltung des Lichtraumprofiles (Tunnel, Brücken, Oberleitung !!!)
- Staubbürste und Filterflies preiswert überall zu bekommen

Diese Bilder zum Überblick

Elektronik unter dem Wagenboden


Links die beiden Lüfterkammern


Ich habe die Elektronik offen unter dem Fahrwerk angebracht. Links ein billiger Funktionsdecoder (mxion 100 901) der sich auch einfach puffern lässt (2.200 uF) und rechts das Relais, welches die Ventilatoren schaltet. Ganz rechts dann noch ein separater Brückengleichrichter (25 V 3,5 A) und ein Elko mit 4.700 uF für die Ventilatoren und den Stepdownregler. Durch die Trennung über das Relais werden die teilweise recht hohen Ströme (bis zu 2A) und das Signalrauschen von stepdown/Lüftermotoren vom Decoder ferngehalten.


Die beiden Ventilatoren wurden in den Testversionen mit Heisskleber eingesetzt.


Der Stepdownregler ist auf etwa 12 V eingestellt und erlaubt eine nachträgliche Justierung der Drehzahl (wurde bisher aber nicht benötigt).
Die seitliche Anordnung wurde bewusst gewählt, um für ausreichende Kühlung und gute Erreichbarkeit zu sorgen.

Hier mal eine Testfahrt.

Die Ergebnisse sind beachtlich.



Die Entnahme erfolgt dann mit einem Haushaltsstaubsauger.


Das vordere Gleis wurde zweimal in beiden Richtungen durchfahren.
Der Unterschied zu den beiden oberen Gleisen ist deutlich sichtbar.

Selbstbau in 3D Druck
Kollege Kalle hat die weiteren Anpassungen der 3DD-Dateien abgeschlossen und ein Upload eingerichtet, um auch anderen Modellbahnern einen leistungsstarken, unkomplizierten und preiswerten Selbstbau zu ermöglichen. 

Hier die Teile im einzelnen:

Der Korpus hat mehrere Bodenlöcher zum Festschrauben auf dem Fahrgestell und für die Kabel. Nicht benötigtes kann mit Heisskleber verschlossen werden.
Die 5 Einschubschlitze dienen zur Aufnahme der Lüfterhalter, des Filters und des Rohrbogenhalters.
Der Rohrbogen hier stammt von Hornbach (HT-SW Siphonbogen 87° an Metall & Kunststoff DN 50 mm / 40 mm), findet sich aber auch überall anders.
Links die Halter für den Auslassfilter.
Der Deckel sitzt gut stramm auf dem Korpus.
Rechts noch für die Optik die Abschlussplatte für die Aussparung am Fahrwerk.



Archivlink Lüfter   12 V ca. 1,1 A
Die vorhandene Gehäuseeinfassung muss entfernt werden (Laschen aufbiegen, -> rechts im Bild, schon mit aufgesteckten Halteplatten).
Die Kabel blau und gelb werden nicht benötigt (stammen von der Rückmeldung).
Die beiden "Einsteckplatten" passen stramm auf die Lüfter und brauchen nicht verklebt werden.
Von diesen Lüftern habe ich noch einige Exemplare in der Schublade "Kollegenhilfe"


Diesen Lüfterhalter gibt es in zwei unterschiedlichen Wandstärken - je nach den Toleranzen bei den Führungsschlitzen - , oder, wenn nur ein Lüftermotor genommen werden soll (könnte durchaus genügen, wurde aber noch nicht getestet).


Diese Stellen mit Heisskleber verschliessen.
 

Archivlink Flies  und daneben die 3DD-Schablone zum Zuschneiden. Für den Auslassfilter gibt es auch eine Schablone (nicht im Bild).


Archivlink Bürstenband


Für die Elektrik habe ich verwendet:
- Leiterplattenreste als Trägermaterial für die Radschleifer
- Radschleifer aus 0,15 mm Bronzeblech zugeschnitten
- Funktionsdecoder (z.B. mxion 100 901) mit Elko 2.200uF/25V
- Löschdiode Relaisspule (1N 4001 o.ä.)
- Relais 12V 1x Um (z.B. HJR-3FF-S-Z, Reichelt)
- Vorwiderstand Relaisspule 300 Ohm (nicht im Bild)
- Brückengleichrichter (z.B. B 40 C 2300)
- Elko 4.700uF/25V
- Stepdownregler, eingestellt auf ca. 12 V (z.B. DC-W5)
und das alles an einem Märklin Standardfahrgestell Güterwagen (Ausschnitt rechts "frei Schnauze") montiert.


Eine schnelle Handskizze. Bei Bedarf sind bei den Motoren entsprechende Entstörkomponenten (Drosseln und Kondensatoren) zu ergänzen!



Die hochgeladenen 3D Druck Dateien (Stand 15.06.2025)
Bei den Lüftermotoren gibt es je nach Bezugsquelle unterschiedliche Durchmesser bei den Montagelöchern. Bitte die 3DD-Datei ggfs. anpassen. 

Hier der Link zum Download als zip Datei.
Alternativ hier auch der Link zu der 3DD-Plattform Thingiverse
Keine kommerzielle Nutzung !!!




Anordnung der Elektronik.


Und von der anderen Seite. Links vorne der Stepdown mit dem Poti zur Spannungsjustierung.


Der fertige Aufbau noch ohne aufgesetzten Deckel und unten am Trichter aufgeklebten Bürstenstreifen.


Ich habe mir Flies in den Deckel eingelegt, um die einzelnen Kammern ein wenig gegeneinander abdichten zu können.


Bei Nichtgebrauch den Wagen auf dem Dach ablegen, damit die Bürsten nicht unnötig plattgedrückt werden.



Hier noch eine Designstudie von Kalle als Anregung für die Profis ... :-) 


Auf meiner Heimanlage



Und hier in Betrieb

Auch hier nochmal: keinerlei Haftung für Fehler!
Rückfragen und feedback gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Kollege Jürgen hat sich bei der Radstromabnahme für "Picker" (Dingler) entschieden und freundlicherweise die dir 3DD Datei hier zur Verfügung gestellt.



Kalle hatte seinerzeit auch einen Pickerhalter konstruiert, welchen ich aber nicht weiter verfolgt hatte, weil mir die Dingler-Picker an sich zu groß, zu weich und zu teuer sind. Ausserdem nutze ich die Leiterplattenstreifen für die Blechschleifer immer gleichzeitig noch als Lötstützpunkte.
Hier der Link zu Kalles Pickerhalterung.




4. E-Lok 111 mit Wunderteilen

Aus einer Art "Schadensfall" konnte ich Teile einer 111 bekommen und mich dann an die Komplettierung und Fertigstellung machen.


Die Motorhalterung wurde komplett überarbeitet. Zunächst wurde ein Blech angepasst, um eine Drehmomentstütze zu bekommen (-> Pfeil). Im Weiteren erhielt der Motorträger eine Winkelverstärkung aus 1mm Ms-Blech, um ausreichend Stabilität für den weit überhängenden, und zum Schwingen neigenden Motor zu bekommen.


Die Winkelverstärkung wurde noch ausgespart, um im Rahmenausschnitt ungehindert ausschwenken zu können.


Die Drehgestelle konnten nicht frei drehen, was an den Schleifspuren zu erkennen ist.


Die Drehzapfenauflage erhielt eine Zwischenbuchse aus 3-er Plexi, um Freiraum zu gewinnen.


Dennoch mussten die - eh von aussen unsichtbaren - Rahmenprofile ausgebaut und ...


... beschnitten werden.


Eingebaut wurden zwei dieser in Spur 1 weit verbreiteten Bühlermotoren. Aufgezogen wurden MXL Riemenräder mit 18 Zähnen. Die noch vorrätigen Zahnriemen B 71 MXL ergaben dann mit dem werkseitigen unteren Riemenrad eine ausgewogene Untersetzung.


Einbau des esu LS XL 5.0 mit einer eigenen Basisplatine. Ein Austausch auf Zimo ist geplant, da ein "Pumpen" nicht ganz zu beseitigen ist.


Für den Lautsprecher bot sich (knapper) Platz unter dem Motor an.


Die (Digital-)Servos wurden mit Winkeln im Dach angeschraubt. Die "Wunder-typische" Betätigung mit 0,3-er Stahllitze wurde auch umgesetzt. Wichtig allerdings: die Servos per CV endabschalten; ansonsten "Servotod" möglich, wenn die CV`s nicht ganz optimal eingestelllt wurden und "volle Kanne" am Anschlag gezerrt wird.


Die Inneneinrichtung ist toll wiedergegeben, ...
 
... wobei allerdings das Luftaustrittsgitter der Bremswiderstände im Dach einen freien Durchblick in den beleuchteten Maschinenraum ermöglichte.


Die Nachbildung der Bremswiderstände wurde deshalb mit der Flamme abgelötet, schwarz lackiert und direkt im Dach unter das Gitter geklebt.


Wie schon früher mal (E10.3), liegt die Schleifleistennachbildung nicht bündig auf der Palette auf und verfängt sich dann mit den Fahrleitungsdrähten.


Nachlöten und schräg Anschleifen beseitigt diese Gefahr. Die Pantoantriebsnachbildungen erhielten mittlerweile noch die üblichen Abdeckhauben.

Diese Aufnahme reizte zur Umsetzung im Modell.

Foto: Harald K., ca. 1980 in Heppenheim


... einige Jahre später ...

... etwa 20 km südwestlich.

Weitere Bilder und Betriebserfahrungen werden sicher noch nachgetragen.
(Aktuell "dornenreiche" Versuche mit einem Zimo MS 990L)

Am 11.10.2025 wurde übrigens die Vorbildmaschine 111 007-1 bei der Fa. Bender in Opladen verschrottet.
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?004,11260483



5. Güterzugbegleitwagen Pwg 14 (Märklin 58118)


Der Pwg14 von Hübner wurde erstmals im Jahr 2004 ausgeliefert und galt sogleich als „Meisterstück“ der Tuttlinger Spur-1-Schmiede.


Auch im Jahr 2025 kann die Nachauflage von Märklin (2008 ? erstmals ausgeliefert) noch voll und ganz mithalten.


Der Wagen ist sehr aufwändig konstruiert, aber auch wegen der vielen zierlichen Teile äusserst empfindlich; zuvorderst auch wieder die "Trittbrett-Abbrech-Krankheit".

Schon bei der ersten Probefahrt störte das permanent flackernde Licht der Innenbeleuchtung. Ursache ist die schlechte Leitfähigkeit der schwarzverchromten Radlaufflächen, keine Federung/3-Punkt-Lagerung und ein Decoder ohne Puffer. Besonders störend sind auch die orange leuchtenden LED. Da sie kein natürliches Farbspektrum besitzen, erscheint im Innenraum alles grau in grau, ohne jegliche Farbwiedergabe der aufwändig gestalteten Inneneinrichtung. Und das ist besonders schade, denn die Ausgestaltung innen ist absolut perfekt (fast schon zu perfekt, denn 90% der Details sind von aussen überhaupt nicht zu sehen !!!). 


Der detailreiche Toilettenbereich ist beispielsweise nur bei abgenommenen Dach zu betrachten.

Umrüstung auf warmweisse LED und Pufferschaltung.


Beide Dächer abnehmen und die hier gezeigten Teile ausbauen, um an den abziehbaren Decoder (21MTC) zu gelangen.
Es dürfte sich um einen "frühen" MTC21 H0 Lokdecoder handeln, denn die Motorausgängen sind auch aktiv.


Braun und rot: von den Radsätzen
orange = plus
grau = minus geschaltet (LV und LH parallel) mit dem Vorwiderstand für die LED


Die beiden LED sind in Reihe geschaltet.


Das geschaltete Minus wurde auf F1 (zuvor LV + LH) gelegt.
Die Pufferschaltung: Stepdownregler (DC-W5, auf ca. 2,7 Volt eingestellt), Elko 1.ooo uF/25V und Vorwiderstand 100 Ohm. Infos hier.
Der Decoder kann nur Motorola und lässt nach meinen Infos lediglich eine Adressänderung zu.
Mit der 6021:
Reset - Notstopp - 80 eintippen - Umschalttaste halten und gleichzeitig "Go" - 01 eintippen - Umschalt - gewünschte Adresse eintippen - Umschalt - Stop - Go
Da ja 21MTC vorhanden, kann auch problemlos auf andere Decoder - ggfs. incl. PowerPack - gewechselt werden.


Die Speicherschaltung wurde in das Podest eingeklebt; zuvor ein passendes Loch gebohrt, um das Poti später noch erreichen zu können.


Gut sichtbar, das Loch zum Poti. Das Podest ist jetzt wieder einbaubereit.


Podest wieder eingesetzt. Der kleine Blechwinkel, der die Bremskurbel trägt, muss wieder in die beiden Aussparungen in der Aussenwand eingefädelt werden (ist fummelig).


Die neuen LED wurde alle parallel verschaltet. Insofern wurden die von unten kommenden Zuleitungen passend umgeklemmt.


Auch auf dieser Seite wurde umgelötet.
Achtung: die Metallstreifen sind aus Edelstahl !
Um Löten zu können: blank schleifen und Sommerfeld Löt-Honig verwenden !


Für den WC-Raum wurde auch eine LED vorgesehen.
Die beiden ursprünglichen Kontaktfedern waren mir zu unelastisch. Die Spitzen wurden abgetrennt. Stromanschluss jetzt über den neuen Steckkontakt.


Damit die neue LED durch das Ms-Drehteil passt, muss der übliche Wulst am Korpus entfernt werden (feilen, schleifen oder abdrehen).
Um die Helligkeit für die Parallelschaltung anzupassen, wurden 100 Ohm eingefügt.



Die warmweissen LED geben eine sehr angenehme Lichtfarbe ab. Die gelbliche Inneneinrichtung tut ein Übriges, damit es nicht wie Leuchtstoffröhren wirkt. Es wird oft übersehen, dass die Farbgebung der Inneneinrichtung das nach aussen kommende Licht farblich ganz entscheidend mit beeinflusst. 
Im Foto kommt das Licht etwas zu grell rüber; vergl. Weichenlaterne.
Neu jetzt auch das Licht aus dem WC-Fenster.


Auch wenn man den Schaffner wegen der kleinen Fenster kaum sehen kann, erkennt man auf jeden Fall schon mal das "Blau" seiner Uniform (volles Farbspektrum der warmweissen LED).


Die Pufferbohle wurde noch mit Heizkupplung, Bremsschlauch und Ruhehaken ergänzt.
Fazit: ein besonders schönes Modell konnte hiermit in Dienst gestellt werden.


6. BR 80 von MBW

Das Modell ist im Dezember 2021 erstmals ausgeliefert worden.


Dieses gute Stück wurde im Juni 2025 ersteigert ...


... und durfte gleich auf meiner kleine Heimanlage zum Fototermin vorfahren.


Die rechte Seite zeigt ebenfalls, wie schön dieses Modell gestaltet worden ist.



Was aber eigentlich nicht sein sollte ...
- Lok aufgegleist -> Kurzschluss. Die vom Kesselscheitel kommenden Sandfallrohre aus Ms-Draht reichen bis zum Rahmen herab und sind dort nicht ausreichend befestigt. Sie hatten sich gelöst und drückten wie Stromabnehmer federnd von innen gegen die Räder.
- wenn die Lok ganz langsam fährt, flackern die Laternen ganz leicht. Die LED sind am Decoder an + UB (Schienenspannung) angeschlossen. Dort wirkt die Pufferung nur eingeschränkt. Wären sie an + 10 V bzw. + 5 V angeschlossen, würde die Pufferung ungehindert arbeiten. Zum Flackern trägt auch bei, dass die Lok nur 3 Radsätze hat, weich gefedert ist und den Strom über Kugellager abnimmt.
- die Steuerung ist falsch ausgelegt. Auch bei der Kuhn`schen Schleife gilt: unten = vorwärts. Neue Servopositionen (AUX 18): A = 25, B = 47. Die Geschwindigkeiten wurde auf 40 reduziert (der Lokführer tat mir Leid ...).
- das Getriebe hat keinerlei Selbsthemmung. Bergab lässt sich nichts mehr regeln. Geht man auf FSt 0, rollt die Lok noch ein bis zwei Sekunden weiter und "haut" dann schlagartig die Decoder-Motorbremse rein (soweit per CV aktiviert). Stillstand geht in großem Gefälle aber dennoch nicht, nur ganz langsames Bergabkriechen.


Im Nebenbahn Bw im Licht der Abendsonne.


Der Feierabend naht ...


7. Dampfloksound: Beharrungsfahrt ("Segeln") und Fahrdynamik

Es ist wie bei allem im Leben: Geschmackssache!
So auch beim Dampfloksound. Für den einen ist der volle Klang mit allen Höhen und Bässen das Wichtigste. Dem nächsten ist das kernige Anfahren sein Heiligtum. Und wiederum nervt manchen Kollegen, dass bei Vmax. der gefürchtete Fischkuttereffekt auftritt.

Erstaunlich wenig wird reklamiert, dass sehr viele esu Sounds - vor allem in der Generation 4 und 5 - die Beharrungsfahrt (oft auch "Segeln" genannt) nicht wiedergeben können: sobald beim Vorbild der Regler auf der Dampflok zwecks Verlangsamung der Fahrt oder zum Anhalten geschlossen wird, ertönt kein Auspuffschlag mehr; vergleichbar mit dem KFZ: vom Gas runter; Motor wird leiser.
Wird der Regler wieder geöffnet - auch bei noch rollender Lok - ertönt wieder kräftiger Auspuffschlag.

Nachfolgende habe ich mal einige Beispiele zu Modellen auch akustisch  dokumentiert und meine Eindrücke zur Fahrdynamik festgehalten.


Ehre, wem Ehre gebührt !
Die Weihnachten 2004 ausgelieferte Hübner 64 konnte mich von Anfang an restlos begeistern. Nicht nur wegen der soliden Konstruktion, der guten Detaillierung und den tadellosen Laufeigenschaften, sondern auch wegen ihres genialen Sounds! Die Fahrdynamik ist phantastisch. Sie kann nicht nur segeln, sondern der Decoder bildet alle Lastwechsel im Sound optimal ab, und zwar ohne dass man am Regler drehen oder irgendwelche F-Tasten bedienen muss.
Doku (2:17)
Anfahrt in der Ebene - Gefälle - im Schattenbahnhof wieder eben - Steigung in den Bahnhof hoch - Anhalten.
Während der Fahrt konstant mit FSt 16 (von 28).

Meines Wissens nach war dies auch nur auf diesem Original-Hübner/esu-Decoder (LS XL 3.0) möglich. Als ich den Sound auf andere 3-er aufspielte, klappte das nicht mit solch perfekten Ergebnissen; vermutlich eine spezielle Firmware (0.0.5143 14.05.2003) ???
Mein Fazit:
aktuell für mich in Spur 1 der Sound mit der besten Fahrdynamik überhaupt !!!
Bisher konnte mir keiner der Soundspezialisten mit 4-er oder 5-er Decodern auch nur annähernd Adäquates zeigen. Leider !!!

Grundsätzlich noch:
im Kreis der hiesigen Spur 1-er haben wir alle Loks ziemlich direkt am Regler, was heisst, wir rangieren viel und wollen sicher auf stehende Wagons auffahren können. Ausserdem gibt es sehr viele Bremsabschnitte (break on DC), bei denen zu hohe Verzögerungswerte gefährlich wären.

An sich konnte man mit den 3-er Decodern noch sehr gut selbst in die Soundabläufe eingreifen, um sich beispielsweise das Segeln einzurichten.
Als Beispiel soll die BR 94 von Kiss dienen.

Da macht Rangieren richtig Spaß !
Doku 0:57
Das esu-file ist gerade mal 1,5 MB groß und kann gerne zur Verfügung gestellt werden.
Die Beschleunigungszeit (CV 3) steht auf 10 (von 64), die Verzögerung (CV 4) auf 8.

Hier ein kurzer Mitschnitt aus Eisenbahnromantik, worin die Lok 4 des MECL gut hörbar in die Beharrungsfahrt übergeht.
Doku 0:12 
Und die Lok verliert auch erst einmal nicht an Fahrt !!!
(so perfekt wird sich das im Modell wohl leider nie realisieren lassen, da man stets schlagartig einige Fahrstufen herabregeln muss)

Die BR 98.4-5 von Kiss zeigt mit ihrem 5-er esu ein noch recht ordentliches Segeln.

CV 3 und 4 stehen jeweils auf 16.
Doku 0:57
Gut zu beobachten, dass der Sound aus der Beharrungsfahrt heraus dann auch wieder sofort richtig kräftig erklingt.


Die BR 92 bzw. bad. Xb von Kiss hat eine vergleichbar gute Fahrdynamik

Foto: Kiss
Doku 1:01
Die Werte für CV 3 und 4 sind aktuell nicht bekannt, dürfte aber auch so um 15 liegen.

Die MBW BR 80 konnte ab Werk überhaupt nicht segeln. Ich habe es dann mal mit einem LeoSound probiert.

Ich wurde sehr freundlich beraten, aber mit den niedrigen Werten für CV 3 und 4 (jeweils 12) kann dieses Soundprojekt leider kein realistisches Segeln wiedergeben. Dafür ist eine separate F-Taste vorgesehen, was aber leider nicht der gewünschten Haptik entspricht.
Doku 0:42
Es fällt noch auf, dass nach dem leiseren Auspuffschlag vom Abbremsen dann beim Beschleunigen nicht mehr die ursprüngliche Lautstärke erreicht wird. Man muss erst auf FSt 0 gehen und dort auch ein paar Sekunden verbleiben.

Ich wurde dann beim dem esu Standardprojekt der BR 71 mit guten Segeleigenschaften fündig.Der Pfiff wurde allerdings ausgemustert, weil der Kurzpfiff nicht zumutbar abrufbar war (nur mit "Super-Kurzimpuls", keine eigene F-Taste). Ersatz: die beiden Pfiffe aus dem Standardprojekt zur BR 64.
Doku 1:14

Erstmalig fiel mir an diesem Projekt auf, dass es bei esu spezielle "Sound"-CVs gibt, die in den Containern der Soundabläufe hinterlegt sind. 

Vorteil: 
- man kann auch in geschützten, dazu geeigneten Soundprojekten gewisse Anpassungen vornehmen, zu denen man ansonsten das Original benötigen würde.
- auch wenn das Original zugänglich ist, sind Änderungen einfach möglich, weil man nicht die entsprechenden Stellen in den Containern aufspüren und ändern muss.
(Demoskizze wird nachgereicht, sobald ich solche Stellen ausfindig gemacht habe)


8. CIWL Pullmann - Märklin Edelweiss ausgeliefert

Ich hatte Gelegenheit, mich mit dem Anfang Dezember 2025 ausgelieferten Edelweiss näher zu beschäftigen.

Die Modelle begeisterten zunächst. Wirken wie edle Modelle, Verpackung auch in den gut getroffenen Farben der legendären Pullmann Wagen, aber ...

Bewegte Bilder:
https://files.ig1.de/Edelweiss1.mp4
https://files.ig1.de/Edelweiss2.mp4
Klar, die Zuglok und die Epoche passen natürlich nicht.

Wer will, kann ja auch noch sowas realisieren:
https://files.ig1.de/Movie001.mp4
Lutz-Figuren im 28-er Rheingold von km1

Erste Hinweise aus der Inbetriebnahme:
- man kann die Kupplungsdeichseln auf den engsten Abstand setzen und 2321 damit problemlos durchfahren. Ein schön geschlossenes Zugbild; lediglich die Packwagen haben eine etwas längere KK-Deichsel und damit unnötig grösseren Kuppelabstand.
Auf das mögliche Versetzen der Puffereinsätze wurde verzichtet.
- Die Trittbretter der Packwagen stehen recht weit ab. Vorsicht bei Bahnsteigkanten usw.. Das Material (Aluguss) ist recht brüchig.
- Wenn auf DCC alle Wagen die selbe Adresse haben, geben die beiden Speisewagen (sinnlose) Geräusche von sich, falls am Packwagen der Zugschluss geschaltet wird (F6)
- Die Wagenkartons sind zwar edel bedruckt, aber das Kartonmaterial deutlich dünner und empfindlicher, wie bei km1, Wunder o.a.
- Die Speisewagen mit Sound auszurüsten, erschien mir nicht sinnvoll, sondern preistreibend und vorbildfern.
- Bei diesen mfx Decodern können DCC-Normalanwender (zu denen auch ich gehöre) aktuell kein Funktionsmapping eigenständig durchführen, oder etwa das viel zu helle Schlusslicht dimmen.Märklin lies sich mit einer Antwort 6 Wochen Zeit. Und falsch war sie auch, denn man verwies auf die CV des Decoders (s.u.), hatte aber keine Ahnung davon, dass die nachfolgende Elektronik so eine Dimmung ignoriert ...

Ich komme daher nach vielen ähnlichen Erfahrungen bei anderen mfx-Fahrzeugen zu diesem Schluss ;-)






Zu Beginn der Fahrzeugtests wurde erst einmal eine Lager- und Transportbox für den kompletten Zug geschaffen (welche jetzt allerdings für einen anderen Salonzug verwendet wird).

10 mm Pappel-Sperrholz. Aussenmaße 79 x 35 x 33 cm. Gewicht mit 5 Rheingoldwagen und einer Lok ca. (Angabe folgt).



Die Faltenbälge sind unelastisch und lassen sich auch mit gewissem Kraftaufwand weder ausdehnen noch seitlich bewegen.

Das bewegliche Stirnblech ist so breit gehalten, dass es sicher am Gegenüber des nächsten Wagens vorbeigleiten kann, also auch wenn die KK auslenkt oder Gegenbögen durchfahren werden. Das geschlossene Zugbild war zufriedenstellend.


Die Packwagen haben an den Zugenden einen kürzeren Faltenbalg erhalten, der sich auch bei Bedarf nicht ausziehen lässt. Die Klapphaken und das Bodenblech sind nicht beweglich.
Das viel zu helle Schlusslicht müsste sich eigentlich über CV 141 dimmen lassen. Dem ist aber nicht so. Geht man unter den Wert von 249, bleiben die LED schlagartig dunkel (s.o.).


Der Wagenboden wird nur über 6 Schrauben gelöst und lässt sich Dank der federnden Stiftkontakte schnell und problemlos vom Gehäuse abnehmen.
Die umfangreiche Basisplatine beinhaltet auch ein PowerPack mit 2 Goldcaps à 2,7V und 2 uF. Der Spannungsregler ist so ungünstig verschaltet, dass sich kein Ausgang dimmen lässt.

An den 4 Kabeln oben am Boden erkennt man, dass jeder Radsatz einzeln angeschlossen ist.




Im Dach befindet sich eine durchgehende Platine als "Zwischenhimmel" worauf sich neben den LED auch die Kontaktflächen für die "Picker" der senkrechten Platinen befinden. 
In den Packwagen gefiel der flache Himmel auch schon nicht. Bei den Sitzwagen störte dann aber schon deutlich, dass im Inneren keine sichtbare Dachwölbung vorhanden ist. Ebenso fehlen Gepäcknetze/Hutablagen und die vorbildgerechte Nachbildung von Deckenlampen.

Die Türscharniere machen einen sehr stabilen Eindruck. 


Um das Schlusslicht dimmen zu können, muss die Leiterbahn unterbrochen und ein Widerstand von ca. 680 Ohm aufgelötet werden.



Am anderen Wagenende befinden sich die Steckerchen für die 3 Schlusslicht LED und zwei Kontakte für die Drehgestellanschlüsse (auch über Picker). 


Der Druckguss-Wagenboden besteht aus zwei Hälften. Der Pfeil markiert die Trennfuge.


Mit den 8 sichtbaren Schrauben ist das Brückenteil zur Verbindung der beiden Rahmenhälften eingesetzt.
Alle Ansatzteile sind geschraubt!


Die Drehgestelle haben weich gefederte Radsätze, was positiv ist, weil es eine permanente Allradauflage sicherstellt.
Die Drehzapfen haben Linksgewinde! Vermutlich damit sie sich wegen der Stellbrettbefestigung nicht mitdrehen sollen.



Um das Linksgewinde beschädigungsfrei lösen zu können, habe ich ein kleines Hilfswerkzeug mit einer zum Schraubenschlitz passenden Feder gedreht/gefräst, welches mit einer M6 Schraube auf den Drehzapfen aufgeschraubt wird. 



Die Inneneinrichtung besteht komplett aus Kunststoff.

Da alles verschraubt ist, lässt sich alles auch gut zerlegen. Die Steckerchen passen durch den Schlitz im Chassis.


Das Drehgestell ist eine stabile Konstruktion.

Die Wagen haben Halbachsen, Kugellager und Stromabnahme über Schleifer

Die Feder scheint allerdings recht stark zu sein - zumindest rollen die Wagen recht schwer. Es empfiehlt sich regelmässige Schmierung.
Rechts oben im Bild zu sehen: alle Trittbretter sind angeschraubt. Gilt übrigens auch für die Pufferbohle bei der Montage von Brems- und Heizkupplungen.



Die KKK wird an 4 Stellen losgeschraubt. An der markierten Stelle kann ein M 1,6 Loch gesetzt werden, um die KK-Deichsel "kürzer" (s.o.)  befestigen zu können.


So ergibt sich ein passend enger Wagenabstand.


Über die beiden Zapfen stützt sich das Drehgest auf dieser Seite für die 3-Punkt-Lagerung "breitbeinig" ab. Den Grund für die offensichtlich nachträglich eingesetzten Clipsscheiben hat Märklin nicht genannt.

Hier zieht das Kroko den Zug bereits ohne diese Clipsscheiben und es gab auf Radien ab 2321 keinerlei Probleme.

Bilderbogen:









Leider gibt es im gesamten Zug nur drei eingedeckte Tisch (nur 1. Kl. Wagen). Mehr wäre aufgrund der hochkarätigen Ankündigungen zu erwarten gewesen.
Dem gegenüber steht dann der "dusselige" und vorbildferne Sound in den beiden Küchenwagen !
Ein nicht unerheblicher Kosten- bzw. Preisfaktor.
Frage also:
Spielzeug mit Effekthascherei oder hochwertiges Modell?





Der Klärungsversuch mit Märklin hierzu
https://files.ig1.de/Wackelkandidaten.mp4
https://files.ig1.de/Packwagen_OK.mp4
brachte keine Antwort, warum die Salonwagen kippeln bzw. warum nachträgliche Zwischenscheiben eingefügt wurden (s.o.).

Die für diesen Zug aufwändig geschaffenen, teuren Elektroniken gehen vollkommen an meinem Bedarf eines mit DCC fahrenden Modellbahners vorbei.
Mangels verständlicher Dokumentationen (auch der Händler konnte nicht helfen) und fehlender Einstellmöglichkeiten ohne Märklin-Equipment, sind diese Wagen nicht vergleichbar zu dem bereits vorhandenen Fahrzeugpark nutzbar.

Im Vergleich zu anderen hochwertigen Salonwagen wie z.B. dem km1 28-er Rheingold aus 2011 oder den Pullmann-Wagen von Wunder störte beim Blick ins Wageninnere der "platte" LED-Himmel doch ganz erheblich. Das räumliche Empfinden wollte sich durch die fehlende Dachwölbung einfach nicht einstellen. 
Per Saldo fand ich das Preis-/Leistungsverhältnis vollkommen unbefriedigend und auch zu weit entfernt von den durch die hochkarätigen Ankündigungen geweckten Erwartungen. Ich nutzte nach reiflicher Abwägung aller Faktoren die Möglichkeit, den Zug zurückzugeben.

2025.12.ab
2026.02.ab